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Das erste vollständig kompostierbare Zelt für Festivals

Die wichtigste Regel für Naturliebhaber ist es keine Spuren zu hinterlassen. Diese Frau macht den Grundsatz jedem Wanderer bis zum Festivalbesucher mit Comp-A-Tent möglich – das erste vollständig kompostierbare Zelt der Welt.

Die Idee kam Amanda Campbell während ihres Architekturstudiums an der Universität in London aus Frustration über die ineffiziente Situation nach Festivalende sowie der Müllentsorgung. Die meisten Zelte werden einfach stehen gelassen und weggeworfen. Berge von Zeltstangen, Plastik und anderen umweltbelastenden Teilen enstehen. „Einmal blieb ich auf einem Festival wirklich lang und sah, wie verlassene Zelte über den ganzen Campingplatz verteilt in sich zusammenfielen. Es waren Tausende und Abertausende. Ich dachte, dass es verrückt war, und dass es keine Alternative dazu gab.“ so Amanda.

Eines von fünf Zelten wird zurückgelassen

Wenn man bedenkt, wie viel Zelte auf Festivals und Veranstaltungen rund um die Welt zurückgelassen werden, könnte Comp-A-Tent einen Beitrag zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Entsorgung leisten. Entwickelt für ein langes Wochenende mit typisch britischem Wetter zersetzt sich das Zelt nach 120 Tagen in Kohlendioxid, Wasser und fruchtbarem Boden.

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Eines von fünf Zelten wird nach einem Festival zurückgelassen, landet auf Mülldeponien oder wird verbrannt. Aber nicht mit Comp-A-Tent: Jedes einzelne verwendete Material ist voll biologisch abbaubar. Selbst der Kleber, der die mittlere Zeltstange aus Pappe zusammenhält, besteht aus Bestandteilen von Milch. Die Nutzung erfolgt nahezu klimaneutral.

Die Zelte werden erstmalig in dieser Festivalsaison getestet. Amanda will die Grenzen ihres Produktes herausfinden um zu sehen, was verbessert werden muss und hofft auch auf Feedback von Festivalbesuchern sowie auf Unterstützung von Festivalveranstaltern.

Das mit den Festival-Zelten soll nicht alles gewesen sein. Gern würde Amanda umweltfreundliche Flüchtlingsunterkünfte und vielleicht sogar Militärzelte entwickeln. Doch die größte Hoffnung von Amanda ist, dass sie mit ihrem Comp-A-Tent Projekt andere Menschen dazu ermutigen kann, selbst auch Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen. „Ich möchte beweisen, dass jeder, der es wirklich versucht, auch etwas dazu beitragen kann, unsere Umwelt zu schonen, und dass Umweltthemen von jedem angegangen werden können und sollten, nicht nur von der Regierung.“

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